Dietrich Bonhoeffer zum Gedächtnis

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Zum 75. Todestag von Dietrich Bonhoeffer am 9. April 2020

Am 9. April 1945, weniger als einen Monat vor dem Untergang Hitler-Deutschlands und dem Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde der Theologe Dietrich Bonhoeffer im Konzentrationslager Flossenbürg wegen seines Widerstandes gegen das Nazi-Regime hingerichtet. Er war 39 Jahre alt.

Viel ist über Bonhoeffers Leben, sein beeindruckendes theologisches Werk und seinen Weg in den Widerstand zu sagen. Was er in seinen Schriften über den Glauben an Jesus Christus gesagt und durch sein Handeln bekräftigt hat, geht uns zum größten Teil noch heute an. Die Briefe und Aufzeichnungen aus den beiden letzten Jahren seines Lebens, die Bonhoeffer im Gefängnis verbrachte hat sein Freund Eberhard Bethge nach dem Krieg unter dem Titel „Widerstand und Ergebung“ veröffentlicht.

In dieser Karwoche, mitten in der Corona-Krise, kann uns sein Gedicht „Christen und Heiden“, das aus diesen Aufzeichnungen stammt, besonders nahe gehen.

 

Christen und Heiden

Menschen gehen zu Gott in ihrer Not,

flehen um Hilfe, bitten um Glück und Brot

um Errettung aus Krankheit, Schuld und Tod.

So tun sie alle, alle, Christen und Heiden.

 

Menschen gehen zu Gott in Seiner Not,

finden ihn arm, geschmäht, ohne Obdach und Brot,

sehen ihn verschlungen von Sünde, Schwachheit und Tod.

Christen stehen bei Gott in Seinen Leiden.

 

Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not,

sättigt den Leib und die Seele mit Seinem Brot,

stirbt für Christen und Heiden den Kreuzestod,

und vergibt ihnen beiden.

 

Quelle: Widerstand und Ergebung, DBW Band 8, Seite 516